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Langenrain, Allensbach, Germany

World Handicap System

Quelle: DGV Service Portal (letzte Überprüfung 19.07.2020 / 14:30 Uhr)

In einer globalen Welt ist es nicht zeitgemäß, dass sechs verschiedene Handicap-Systeme parallel angewendet werden. Immer mehr Golfspieler reisen nach Übersee bzw. umgekehrt nach Europa, um ihrem Hobby nachzugehen. Um in beiden Fällen einen gerechten und nach gleichen Maßstäben geführten Wettkampf sicherzustellen, ist ein einheitliches weltweites System notwendig.

Jedes System verfolgt das gleiche Ziel,  nämlich vor Ort Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit zu bieten. Dennoch unterscheiden sie sich voneinander, was dazu führen kann, dass es zu geringfügig unterschiedlichen Handicaps kommen kann. Das World Handicap System (WHS) wird nun alle Systeme zu einem Einzigen vereinen, das

  • Golfspielern mit unterschiedlicher Spielstärke ermöglicht, auf fairer und gerechter Basis in jedem Format und auf jedem Platz weltweit zu spielen und in Turnieren gegeneinander anzutreten,
  • leicht zu verstehen und umzusetzen ist, ohne auf Genauigkeit zu verzichten,
  • die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen von Golfern, Golfclubs und Nationalverbänden, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Golfkulturen erfüllt.

 

In Deutschland wird das World Handicap System (WHS) ab der Spielsaison 2021 eingeführt.

 

Quelle: youtube.com (Golf-Club Heilbronn Hohenlohe)

 

Bis dahin gilt das bisher bekannte EGA-Vorgabensystem vollumfänglich weiter.  Weltweit wird das WHS ab der Spielsaison 2020 eingeführt, jedoch nicht jedes Land wird zu diesem Zeitpunkt bereits die neuen Regelungen umsetzen. Für Deutschland wurde entschieden, dass die Saison 2020 noch genutzt werden soll, um die Einführung für alle Beteiligten bestmöglich vorzubereiten und somit 2021 einen reibungslosen Einstieg sicherzustellen.

Die Umstellung vom bisherigen EGA-Vorgabensystem zum World Handicap System (WHS) erfordert eine Vielzahl von vorbereitenden Maßnahmen. Anders als beispielsweise in den USA, wo es seit Jahrzehnten ein Handicapsystem gibt, das dem WHS ähnelt, ist der Schritt in Europa sehr viel gravierender. In Europa wurden Handicaps bisher nicht nach einem Durchschnitts-System ermittelt. Von daher sind die Umstellungsprozesse sehr viel größer als in den USA. Dennoch gibt es auch in Europa Nationen, die bereits im Jahr 2020 zum WHS umstellen. Dies sind überwiegend die Nationen, die eine sehr geringe Anzahl von Golfclubs und Golfspielern haben, oder deren Handicap-Verwaltung zentral aus dem Nationalverband heraus erfolgt. Beides trifft auf Deutschland nicht zu. Deutschland ist der mitgliederstärkste Verband in Kontinentaleuropa und hat im Moment eine dezentrale Handicapverwaltung. Das bedeutet, das heute in allen Golfclubs die verschiedenen Handicap-Softwarelösungen angepasst werden müsste und nicht nur in der Zentrale.

Erst vor wenigen Wochen konnten die letzten inhaltlichen Detailfragen geklärt werden. Aus diesem Grund möchte der Deutsche Golf Verband „Sorgfalt vor Eile“ walten lassen und alle Beteiligten (Golfanlagen, Golfclubs, Golfspieler) umfangreich und detailliert über das neue System sowie die damit verbundenen Änderungen informieren. Das Jahr 2020 wird somit zu kommunikativen Zwecken benötigt, um jedem die Chance gegeben zu haben, sich am Tage der Einführung des WHS, ausgiebig informiert haben zu können.

Neben Deutschland werden die Niederlanden, Österreich, Dänemark, Belgien und die Schweiz diesen Schritt auch erst im Jahr 2021 gehen. Auch die Länder des heutigen CONGU-Handicapsystems, England, Schottland, Wales, Nordirland und Irland, werden erst in 2021 das World Handicap System einführen.

Bis alle Länder das World Handicap System (WHS) eingeführt haben, gibt es statt der bisherigen sechs unterschiedlichen Systeme, eben sieben. Bisher konnte ein Spieler mit einer DGV-Vorgabe jederzeit in einem Land Golf spielen, wo das EGA-Handicapsystem keine Anwendung fand (bspw. in Großbritannien, wo es das CONGU-System gibt). An diesem Grundsatz wird sich nichts ändern.

Die DGV-Vorgabe wird auch in 2020 überall als vollwertiges Handicap akzeptiert. Wenn heute ein deutscher Spieler mit einer DGV-Vorgabe nach England reist, wird diese gemäß der Regelungen in England zur Ermittlung einer Spielvorgabe herangezogen. Gleiches passiert heute schon, wenn ein Spieler in die USA reist. Dann wird seine DGV-Vorgabe gemäß der amerikanischen Regelungen zur Ermittlung einer Spielvorgabe herangezogen. Dies wird so bleiben, egal wo man spielt.

Schon heute spielen Golfer aus allen Ländern in Deutschland Golf. Sie alle haben ein Handicap. Auch wenn die Berechnung der Handicaps auf Basis anderer System erfolgt, wird das Handicap dieser Gäste schon heute zu einer Spielvorgabe konvertiert und in den Turnierbetrieb integriert.

Es macht also keinen Unterschied, ob heute jemand mit einem CONGU-Handicap, einem USGA-Index, mit einem südafrikanischem Handicap oder ob ab 2020 auch Spieler mit einem World Handicap Index (WHI) bei uns spielen möchten

Es gibt keine Formel, die aus einer DGV-Vorgabe einen World Handicap Index (WHI) machen kann, da die Berechnungsgrundlagen in beiden Systemen völlig unterschiedlich sind. Während in unserem heutigen System, die bestehende Vorgabe anhand des letzten Ergebnisses in Zehntelschritten angepasst wird, betrachtet das World Handicap System (WHS), die Gesamtheit der letzten 20 Ergebnisse, und bildet aus den besten acht Ergebnissen einen Mittelwert.

Das bedeutet, dass es passieren kann, dass zwei Spieler mit identischer DGV-Vorgabe zukünftig unterschiedliche WHI erhalten, je nachdem, wie sich jeweils die besten acht Ergebnisse aus den letzten 20 darstellen.

Nach wie vor ist das Handicap Ausdruck der Spielstärke eines Golfers und soll sein Spielpotenzial so genau wie möglich widerspiegeln. Im World Handicap System (WHS) heißt dieser Wert zukünftig World Handicap Index (WHI). Der WHI hat eine andere Berechnungsgrundlage als die heutige DGV-Vorgabe. Somit ist auch zu erwarten, dass im Regelfall, der WHI vom Wert her nicht der heutigen DGV-Vorgabe entspricht.

Der WHI errechnet sich, indem der Durchschnitt der besten acht Ergebnisse aus den letzten zwanzig handicap-relevanten (heute: vorgabenwirksamen) Runden gebildet wird.

Hat ein Spieler weniger Ergebnisse, wird eine kleinere Anzahl zur Ermittlung des WHI herangezogen. Hat ein Spieler gar keine Ergebnisse in seinem Stammblatt, wird seine bisherige DGV-Vorgabe auch sein zukünftiger WHI sein.

Das World Handicap System (WHS), anders als das heutige EGA-Vorgabensystem, wird mehr die aktuelle Spielfertigkeit reflektieren als historische Leistungen widerspiegeln. Von daher werden sehr weit zurückliegende Ergebnisse nicht zur Konvertierung herangezogen. Wie lange exakt zurückgeblickt wird, ist im Moment noch Gegenstand von Beratungen zwischen den Nationalverbänden und der World Handicap Authority (zuständig für das WHS). Der DGV teilt die Idee, dass man nicht länger als drei bis maximal fünf Jahre zurückblicken sollte.  

Es werden ohnehin nur dann ältere Daten (bis drei Jahre zurück) herangezogen, sofern es erforderlich wird, um auf 20 Ergebnisse zu kommen. Eine Mehrheit der deutschen Golfspieler wird jedoch aus den zu betrachtenden drei Jahren weit weniger als 20 Ergebnisse vorweisen können. In diesem Falle wird die aktuelle DGV-Vorgabe zu einem Ergebnis umgewandelt (jüngstes Ergebnis), das als eine Art „Anker-Ergebnis“ für die folgenden 20 Runden im Stammblatt erhalten bleibt und bei der Kalkulation des World Handicap Index berücksichtigt wird (es wird meist zu den acht besten Ergebnissen gehören).

Grundlage zur Berechnung des World Handicap Index / Das gewertete Bruttoergebnis und der Score Differential

Die Handicap-Regeln des WHS definieren, wie der World Handicap Index berechnet wird. Hierfür sind zwei Kennziffern von entscheidender Bedeutung. Das „gewertete Bruttoergebnis“ und das „Score Differential“. Diese beiden Kennziffern ersetzen die Stableford-Nettopunkte für die Handicapberechnung sowie die Herauf- und Herabsetzungsmultiplikanden.

Um im WHS einen Handicap Index errechnen zu können, muss für jedes Ergebnis ein „gewertetes Bruttoergebnis“ kalkuliert werden. Dieses wird benötigt, um den „Score Differential“ zu errechnen, aus dem sich der Handicap Index ergibt.

Was ist ein gewertetes Bruttoergebnis?
Das gewertete Bruttoergebnis basiert auf dem Ergebnis, das ein Spieler auf der Runde tatsächlich gespielt hat. Für Handicapzwecke wird ein einzelnes Lochergebnis nicht höher gewertet, als ein Netto-Doppelbogey.

Liegt kein Lochergebnis über einem Netto Doppelbogey, ist das gespielte Ergebnis auch automatisch das gewertete Bruttoergebnis.
Gibt es einzelne Spielbahnen, die schlechter als Netto-Doppelbogey gespielt wurden, so werden an diesen Bahnen (nur für Handicapzwecke) die erzielten Ergebnisse auf eine Netto-Doppelbogey reduziert. Nun bildet die Summe aller gespielten Lochergebnisse plus die Lochergebnisse, die reduziert wurden, das gewertete Bruttoergebnis.  
Auch beim Spiel nach Stableford werden die Lochergebnisse als Zählspielergebnisse notiert und an den Spielbahnen, an denen ein Spieler nicht eingelocht hat, oder ein Ergebnis das höher als Netto-Doppelbogey ist, notiert hat, wird ein Netto-Doppelbogey gerechnet.

Beispiel:

Bei einem Spieler, der auf einem Par 4 – Loch einen Handicapschlag bekommt errechnet sich ein Netto-Doppelbogey wie folgt:

4 (Par) + 2 (Schläge über Par) = 6 (Doppelbogey) + 1 (Handicapschlag) = 7 (Netto-Doppelbogey)

Was ist ein Score Differential?

Der Score Differential beschreibt die Differenz des gewerteten Bruttoergebnisses zum Course Rating Wert, bereinigt um den Slope-Wert. Diese Kennzahl wird benötigt, um den Handicap Index zu kalkulieren.

Formel:    (Gewertetes Bruttoergebnis – Course Rating) * (113 / Slope) = Score Differential

Beispiel:   82 (Gewertetes Bruttoergebnis) ; 71,5 (Course Rating) ; 120 (Slope)

                (82 – 71,5)  * (113 / 120)   =   9,9

Der Durchschnitt der besten 8 Score Differentials der letzten 20 Turniere ergibt den Handicap Index eines Spielers.

Konvertierung des EGA Handicaps in einen World Handicap Index

Mit der Einführung der neuen Handicapregeln des WHS wird aus dem bisherigen EGA-Handicap ein World Handicap Index. Dies geschieht nicht durch eine einfache mathematische Umrechnung, sondern basiert auf einem neuen System.

Mit der Einführung des World Handicap Systems werden alle Handicaps neu berechnet. Da die Kalkulation auf einer anderen Basis erfolgt, wird sich der neue World Handicap Index grundsätzlich von dem bisherigen EGA-Handicap unterscheiden. Die Berechnung des Handicap Index hängt nicht mehr unmittelbar vom vorhergien Handicap ab, sondern jedes Ergebnis führt zu einer Neuberechnung.

Diese neue Zahl ist keine Wertung, die einen Spieler gegenüber seinem früheren EGA-Handicap „besser“ oder „schlechter“ stellt. Ein direkter Vergleich zwischen einem EGA-Handicap und dem World Handicap Index ist deshalb nicht möglich, weil:

Ergebnisse, die älter sind als die letzten 20 Ergebnisse nicht länger zur Berechnung der Spielstärke herangezogen werden.
Hinweis: Diese alten Ergebnisse werden nur in der Historie eines Spielers gespeichert, stellen aber keine Berechnungsgrundlage mehr dar.
von den letzten 20 Ergebnissen nur die besten 8 berücksichtigt werden. Somit werden negative einzelne Ausreißer-Ergebnisse nicht berücksichtigt, da diese nicht Ausdruck der tatsächlichen aktuellen Spielstärke sind (jeder hat mal einen schlechten Tag!).
Dieses neue Verfahren kann dann auch dazu führen, dass zwei Spieler mit vorher identischem EGA-Handicap nach der Neuberechnung unterschiedliche World Handicap Indizes erhalten, sofern Sie keine identischen Ergebnisse erspielt haben.  

 

Welche Handicaps werden konvertiert?

Die Handicaps aller Spieler werden neu berechnet.

a) Spieler mit EGA-Handicap kleiner 26,5:

- Aus den bestehenden Stammblatteinträgen der vergangenen vier Jahre werden maximal die aktuellsten 20 Ergebnisse herangezogen, um den World Handicap Index zu berechnen.

- Spieler ohne Ergebnisse oder mit weniger als 20 Ergebnissen im Stammblatt erhalten ein zusätzliches fiktives Ergebnis, das einem Score-Differential in Höhe des letzten EGA-Handicaps entspricht, ein sogenanntes Ankerergebnis.  Dieses Ankerergebnis hat zur Folge, dass:

- ein Spieler ohne andere Stammblatteinträge einen World Handicap Index erhält, der dem heutigen EGA-Handicap entspricht.  
- für Spieler mit weniger als 20 Stammblatteinträgen, der World Handicap Index nicht zu gravierend abweicht.
Je geringer die Anzahl der Stammblatteinträge der letzten vier Jahre ist, desto gewichtiger ist das Ankerergebnis. Das Ankerergebnis wird immer als ältestes Ergebnis eingetragen und wird als erstes Ergebnis aus dem Stammblatt entfernt, sobald 20 erspielte Ergebnisse vorliegen.

b) Spieler mit EGA-Handicap 26,5 oder höher:

Es gilt für alle Spieler mit EGA-Handicaps von 26,5 oder höher das identische Prinzip wie in den niedrigeren Vorgabenbereichen. Alleine beim Ergebnis kann es zu Abweichungen kommen.

- Wird der World Handicap Index auf Grund der Neukalkulation niedriger, als das EGA-Handicap, so erhält der Spieler den tatsächlich kalkulierten neuen Handicap Index.
- Wird der World Handicap Index auf Grund der Neukalkulation gleich oder höher des EGA-Handicaps ausfallen, so bekommt der Spieler einen World Handicap Index in Höhe des EGA-Handicaps. Ausnahme: Der Spieler lässt die Fixierung seines World Handicap Index aufheben.

„Vorgabenwirksamkeit“ hat nicht immer unmittelbar Einfluss auf das Handicap

Der R&A und die USGA führen ab dem Jahr 2020 ein weltweit einheitliches Handicap System ein, die Handicapregeln des WHS, die in Deutschland ab 2021 gelten. Eine wesentliche Änderung für die Golfer wird sein, dass nicht jedes vorgabenwirksame Ergebnis (handicaprelevantes Ergebnis) auch unmittelbar Auswirkung auf den Handicap Index haben wird.

Bisher wurde jede vorgabenwirksam Runde dazu herangezogen, die Stammvorgabe anzupassen. Neu im World Handicap System wird sein, dass der Handicap Index aus dem  Durchschnitt der besten Acht aus den letzten 20 Ergebnissen eines Spielers ermittelt wird. Sollte ein Spieler weniger Ergebnissen im Stammblatt aufweisen, wird die Anzahl der gewerteten Ergebnisse entsprechend reduziert.

Dies bedeutet, dass der Handicap Index eines Spieler bei einer schlechten Runde  üblicherweise von diesem schlechten Ergebnis nicht betroffen sein wird, da es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu den acht Ergebnissen zählen wird, die zur Berechnung des Handicaps herangezogen werden.

Nach heutigem Sprachgebrauch würde man daher sagen können, dass die 12 schlechtesten der letzten 20 Ergebnisse (also 60%) nicht mehr automatisch zu einer Heraufsetzung um 0,1 führen würden. Schlechtes Wetter, vorübergehende gesundheitliche Probleme, oder ein schlechter Platzzustand können einem Spieler von daher im Hinblick auf sein Handicap sehr viel gleichgültiger sein als im EGA-Handicaspsystem.

Außergewöhnliches Ergebnis

Ein nicht zu erwartendes außergewöhnlich gutes Ergebnis wird in den Handicap-Regeln besonders berücksichtigt. Immer wenn ein solches Ergebnis gespielt wird, reagiert das System auch mit einer außergewöhnlichen, zusätzlichen Anpassung des Handicap Index.

Von einem außergewöhnlichen Ergebnis sprechen die Handicap-Regeln immer dann, wenn eine Unterspielung um mehr als 7 Schläge vorliegt.

Liegt der gespielte Score Differential 7 bis 9 Schläge unter dem Handicap Index, wird der Handicap Index neben der normalen Anrechnung des erspielten Ergebnisses zusätzlich um einen weiteren ganzen Schlag reduziert. Bei 10 und mehr Schlägen Unterschied beträgt die Anpassung sogar zwei Schläge.

Da der Handicap Index laufend über den Durchschnitt der besten Acht der letzten 20 Ergebnisse berechnet wird, kann der Handicap Index nur dadurch um einen Schlag angepasst werden, indem man alle Score Differentials im Stammblatt um einen Schlag reduziert.

Danach gespielte Ergebnisse werden diese zusätzliche Anpassung nicht mehr enthalten. Somit nimmt die Auswirkung der zusätzlichen Reduktion mit jedem neuen Spielergebnis ab und ist nach zwanzig neuen Ergebnissen vollends aus dem Stammblatt heraus gefallen.

Spielt der Spieler ein weiteres außergewöhnliches Ergebnis, während die Anpassung noch in seinem Stammblatt vorkommt, addieren sich die Anpassungen.

No Return und Penalty Score

Es kommt immer wieder vor, dass eine Golfrunde nicht beendet wird oder beendet werden kann. Die Handicap-Regeln des WHS erlauben hierfür verschiedene Vorgehensweisen, wie mit diesen Ergebnissen umgegangen wird. Der Penalty Score ist hierbei ein ganz neues Instrument, das der Spielleitung die Möglichkeit gibt, nachweisbares Fehlverhalten auch im Stammblatt zu bewerten.

1. No Return

Auch ein No Return, sei der Grund gerechtfertigt oder nicht, führt in den Handicap-Regeln des WHS unter bestimmten Umständen zu einem handicaprelevant gewerteten Ergebnis. Dafür wird in allen Fällen, in denen mindestens zehn Löcher gespielt wurden, das vorliegende Ergebnis zu einem 18-Löcher-Ergebnis hochgerechnet.

Wie geschieht das?

Abbruch der Runde vor Beendigung des Loch 9: Das Ergebnis kann nicht handicaprelevant gewertet werden

Abbruch der Runde nach Beendigung des Loch 9: Die Runde wird mit den Course Rating- und Slope-Werten des 9-Löcher-Platzes als Ergebnis über 9 Löcher gewertet.

Abbruch der Runde zwischen Loch 10 und Loch 13: Netto Bogey auf dem ersten nicht gespielten Loch + Netto-Pars auf allen anderen nicht gespielten Löchern.

Abbruch der Runde nach Loch 13:  Netto-Pars für alle nicht gespielten Löcher

Diese Vorgehensweise gilt natürlich nur zur Handicapberechnung und nicht für die Turnierwertung. Diese Methodik gleicht dem heutigen Prinzip der Ergänzung von Turnieren über 9 Löcher zu einem Ergebnis von 18 Löchern, um ein zählbares Ergebnis für die Handicapberechnung zu erhalten.

Im Fall von Unterspielungen auf weniger als 18 Löchern (z. B. wenn ein Spieler nach 16 Löchern mit bereits 37 Nettopunkten die Runde abbrechen musste) existierte ein solches Verfahren der handicaprelevanten Wertung einer abgebrochenen Runde auch im EGA System.

Es ist für den Spieler wichtig trotz Nichtbeendigung der Runde, seine Scorekarte abzugeben. Die Scorekarte muss (nicht zwingend unterschrieben) abgegeben werden und die Spielleitung muss die Ergebnisse erfassen und ergänzen, wenn mehr als 9 Löcher gespielt wurden.

Ist eine Spielleitung der Ansicht, die o. g. Alternativen würden nicht ausreichen, um die vom Spieler gezeigte Leistung oder sein Verhalten werten zu können (z.B. bei einem als nicht gerechtfertigten No Return nach bereits fünf Löchern), kann sie dem Spieler einen „Penalty Score“ eintragen.

2. Penalty Score

Ein Penalty Score ist ein fiktives nicht tatsächlich gespieltes Ergebnis, dass dem Spieler von der Spielleitung als vollwertiges Ergebnis in das Stammblatt eingetragen wird.

In Fällen, in denen das gespielte Ergebnis sich nicht rekonstruieren lässt, oder in denen ein No Return als nicht gerechtfertigt angesehen wird, ist es nicht immer die beste Lösung, die Handlung des Spielers einfach zu ignorieren. Die Spielleitung darf dem Handicapausschuss den Eintrag eines  „Penalty Score“ vorschlagen, mit dem auf die Handlung des Spielers reagiert wird.

Ein Penalty Score kann einen Wert zwischen dem besten und dem schlechtesten aktuellen Score Differential im Stammblatt des Spielers annehmen, oder eine Schätzung des Ergebnisses darstellen, dass der Spieler vermutlich gespielt hätte.

Während es sich empfiehlt das schlechteste Ergebnis als Penalty Score einzutragen, wenn der Spieler wegen seines schlechten Spiels „No Return“ gemacht hatte, sollte man andererseits darüber nachdenken, das beste Ergebnis zu nehmen, wenn der Spieler sein Handicap schonen wollte.

Mögliche Beispiele:

a) Spieler liegt nach 6 Löcher, 10 über Par und macht No-Return: Ein Ergebnis kann nicht gewertet werden. Wenn die Spielleitung zu der Erkenntnis kommt, dass das No-Return allein vor dem Hintergrund der Schonung des Handicaps erfolgte, läge es nahe einen Penalty Score  mit 30 über Par zu werten (10 über nach gespielten 6 Löcher, 20 über für die 12 nicht gespielten Löcher)
b) Ebenfalls möglich ist ein Penalty Score, dass das Auffüllen der nicht zu Ende ausgefüllten Scorekarte mit Netto-Pars (bei einem gerechtfertigten No Return) oder mit Netto-Doppelbogeys (bei einem nicht gerechtfertigtem No Return) vorsieht
c) Spielleitung erwägt als Penalty Score das beste Ergebnis des Stammblatts zu kopieren (wenn ein Spieler bewusst versucht hat, sein Handicap hoch zu halten), oder das Gegenteil, das Schlechteste zu kopieren, wenn durch das No-Return versucht wird, sein Handicap niedrig zu halten (Spieler weiß, dass das älteste, sehr gute Ergebnis bei Abgabe der Scorekarte aus der Handicap-Kalkulation fallen würde)
Ein hoher Penalty Score wird sich äußerst selten unmittelbar auf den Handicap Index auswirken, aber er sorgt dafür, dass der älteste 20. Eintrag im Stammblatt entfällt. Ist dieser einer der besten acht Score Differentials gewesen, bewegt sich das Handicap sofort leicht nach oben.

Low Handicap Index und Cap / Details zum World Handicap System

Manchmal kann es vorkommen, dass ein Spieler “schlecht in Form ist”. Werden in solch einer Phase viele Ergebnisse erzielt, muss sichergestellt werden, dass der Handicap Index dennoch das eigentlich bessere Spielpotenzial abbildet. Das zu schnelle Ansteigen des Handicap Index wird durch den Low Handicap Index und die Cap verhindert.

Neben dem Handicap Index, der zur Berechnung des Playing Handicaps herangezogen wird (also für die Handicapschläge, die ein Spieler auf dem Platz erhält), hat jeder Spieler mit 20 Ergebnissen im Stammblatt auch einen „Low Handicap Index“.

Der Low Handicap Index ist der niedrigste Handicap Index, den der Spieler innerhalb der 365 Tage vor Erspielung seines letzten (also aktuellsten) Ergebnis im Stammblatt gehabt hatte. Zusammen mit dem Verfahren der Soft Cap und Hard Cap dient er dazu, einen zu schnellen Anstieg des Handicap Index zu verhindern. Sobald der Handicap Index eines Spielers im Laufe eines Jahres um drei Schläge gegenüber seinem Low Handicap Index angestiegen ist, wird der weitere Anstieg um die Hälfte reduziert. Dieses Verfahren wird als „Soft Cap“ bezeichnet. Bei einem Anstieg um insgesamt fünf Schläge kommt sogar die „Hard Cap“ zum Einsatz, die jeglichen weiteren Anstieg des Handicap Index verhindert.

Beispiel für die Funktion der Soft Cap: Ein Spieler mit einem Handicap Index von 21,0 und einem Low Handicap Index von 18,0 spielt ein weiteres (für seine Verhältnisse) „schlechtes“ Ergebnis. Nach der Durchschnittsberechnung der besten acht aus den letzten 20 Ergebnissen, würde der neue Handicap Index 21,8 lauten. Dieser Anstieg um 0,8 wird durch die Soft Cap um die Hälfte reduziert. Der neue Handicap Index des Spielers lautet daher 21,4. Die Soft Cap kann somit als eine Art „weiche Deckelung“ bezeichnet werden.

Beispiel für die Funktion der Hard Cap: Wenn der Spieler aus dem o.g. Beispiel den Handicap Index von 23,0 erreicht hat, steigt dieser innerhalb von 365 Tagen nach Erreichen des Low Handicap Index von 18,0 nicht weiter an. Die Hard Cap verhindert den Anstieg um mehr als fünf Schläge.

Sobald im Laufe der Zeit neue Ergebnisse erzielt werden und dadurch ältere aus dem Stammblatt herausfallen, verändert sich dadurch auch der Low Handicap Index und Soft Cap und Hard Cap werden neu ermittelt.

Ein Low Handicap Index wird nur für Spieler ausgewiesen, die 20 Ergebnisse im Stammblatt haben, da man bei weniger Ergebnissen aufgrund der geringeren Datenmenge mit stärkeren Schwankungen des Handicap Index rechnet, die nicht durch das Cap-Verfahren verhindert werden sollen.

Score Differential und Berechnung des Handicap Index

Um das Ergebnis eines Spielers zu bewerten oder seine Leistung messen zu können, muss neben dem gewerteten Bruttoergebnis auch die Schwierigkeit des Platzes, also Course-Rating- und Slope-Wert, betrachtet werden. Diese Werte werden zur Ermittlung des Score Differentials benötigt und bilden die Grundlage zur Ermittlung des Handicap Index eines Spielers.

Was ist ein Score Differential?
Der Score Differential beschreibt die Differenz des gewerteten Bruttoergebnisses zum Course Rating Wert, bereinigt um den Slope-Wert, und wird als Kennzahl benötigt, um den Handicap Index zu berechnen.

Formel: (Gewertetes Bruttoergebnis – Course Rating) * (113 / Slope) = Score Differential

Beispiel: Course Rating 71,5 ;  Slope 120 ; Gewertetes Brutto Ergebnis: 82

               (82 – 71,5)  * (113 / 120)   =   9,9

Beispiel 1:

Ein Spieler befindet sich noch in der Phase, in der seine Spielstärke sich verbessert. Seine acht besten Ergebnisse bestehen aus Unterspielungen und Ergebnissen im Bereich seines Handicap Index (in diesem Beispiel farbig markiert). Da die schlechteren Ergebnisse die Berechnung des Handicap Index nicht beeinflussen, kann der Spieler davon ausgehen, dass die schlechten Ergebnisse wie zum Beispiel in den Zeilen 8, 10, 16 und 17 für ihn niemals handicaprelevant werden sein.    

Beispiel 2:

Ein Spieler spielt durchschnittliche und schlechte Score Differentials und seine Spielstärke ist gleichbleibend oder lässt sogar nach. Es steht zu erwarten, dass seine früheren besten acht Score Differentials nicht durch gleichwertige neuere Score Differentials ersetzt werden. Die ältesten guten Einträge werden der Reihe nach aus der Gruppe der letzten 20 Runden entfallen und der Handicap Index wird langsam wieder steigen.

In dem Beispiel-Stammblatt werden zuerst der Reihe nach die Score Differentials der Zeilen 20, 19 und 18 aus dem Stammblatt entfallen. Dazu zählt dann in der Zeile 18 auch ein Ergebnis, das aktuell zur Ermittlung des Handicap Index herangezogen wird, aber bald durch ein neueres Ergebnis ersetzt wird. Das System zieht dann das nächst Beste (nicht unbedingt das Neueste) aus den 20 Score Differential zur Berechnung des aktuellen Handicap Index heran, was der Score Differential von 13,4 in Zeile 7 sein wird, wenn bis dahin keine besseren Ergebnisse erspielt wurden.

Die wesentlichen Merkmale eines Handicap Index nach dem World Handicap System sind damit:

- Das Handicap ist aktueller.
- Das Handicap wird von einzelnen schlechten Ergebnissen nicht beeinflusst.

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